31.08.2015

Der EAK gratuliert der EKD zum 70. Geburtstag


Thomas Rachel MdB, EAK-Bundesvorsitzender
Anlässlich des heutigen Gründungstages der Evangelischen Kirche in Deutschland (EKD) vor siebzig Jahren im hessischen Treysa erklärt der Bundesvorsitzende des Evangelischen Arbeitskreises der CDU/CSU (EAK), Thomas Rachel MdB:

„Der EAK gratuliert der EKD ganz herzlich zu ihrem heutigen 70. Geburtstag. Die Gründung der EKD war insbesondere vor dem Hintergrund der Wirren und Zerrissenheit des deutschen Protestantismus nach dem Zweiten Weltkrieg und nach der Befreiung vom gottlosen Regime des Nationalsozialismus eine Sternstunde der evangelischen Kirchengeschichte. Der hier gesetzte historische Neuanfang war notwendig und überfällig, aber - angesichts der innerkonfessionellen Zersplitterung und des beschämenden Versagens großer Teile des Protestantismus in den dunkelsten Jahren der deutschen Geschichte - keineswegs selbstverständlich und einfach.

Aus dem notdürftig gezimmerten, gemeinsamen Dach, unter dem sich die diversen evangelischen Landeskirchen, konfessionellen Strömungen, Gruppen und Verbände zunächst versammelten, gelang es nach und nach ein tragfähiges Fundament und ein gemeinsames Haus zu schaffen. Es ist das große Verdienst der EKD, dem Protestantismus in Deutschland nach 1945 eine einheitliche, kraftvolle und deutlich vernehmbare Stimme gegeben und ihn unter den Bedingungen der freiheitlich-demokratischen Grundordnung der Bundesrepublik Deutschlands neu und zukunftsweisend ausgerichtet zu haben. Hierdurch gelang es ferner, den volkskirchlichen Anspruch und damit auch den öffentlich prägenden Charakter verantwortlichen evangelischen Kirche-Seins beizubehalten. Die gesellschaftlichen, politischen und ökumenischen Herausforderungen der letzten sieben Jahrzehnte konnten so aktiv mitbegleitet und mitgestaltet werden.

Die EKD mit ihrem typisch protestantischen Verständnis von „Einheit in Vielfalt“ ist für Gesellschaft und Politik in Deutschland zum unverzichtbaren Taktgeber wichtiger und entscheidender Impulse geworden. Sie war des Weiteren eine wichtige Klammer und ein entscheidender Faktor während und zur Überwindung der unnatürlichen Teilung Deutschlands. Nicht zu vergessen sind hierbei - im Jahr der gleichzeitigen Jubiläen der berühmten „Ostdenkschrift“ und der sogenannten Demokratie-Denkschrift - die unzähligen und oft richtungsweisenden Verlautbarungen, mahnenden wie ermutigenden Worte, Texte und Denkschriften der EKD. In Zuspruch wie in Widerspruch haben diese bis auf den heutigen Tag wichtige Diskussionen angestoßen und schwierige Kontroversen hilfreich begleitet.“

Nach oben