09.07.2013

Gegen Desorientierung und Bevormundung der Christen


Sabine Kurtz MdL, EAK-Landesvorsitzende
Der Evangelische Arbeitskreis (EAK) der CDU-Baden-Württemberg hat sich in seiner jüngsten Vorstandssitzung mit dem Verhältnis der Grünen zu den christlichen Kirchen in Deutschland befasst. Das Fazit der EAK-Landesvorsitzenden Sabine Kurtz MdL lautet: "Die Grünen sind eine Partei, die dem Christentum und den Kirchen zutiefst skeptisch gegenüber steht". Mit Blick auf die sogenannte "Orientierungshilfe" der Evangelischen Kirche Deutschland (EKD) zur "Familie" warnte die CDU-Politikerin die Kirchen, sich nicht von innen heraus aushöhlen zu lassen: "Sie sägen an dem Ast, auf dem sie sitzen". Ausdrücklich begrüßte der EAK-Landesvorstand die differenzierte und kritische Kommentierung der EKD-Schrift durch die Evangelische Landeskirche in Württemberg.

"Die Grünen verfolgen eine kirchenkritische, wenn nicht sogar kirchenfeindliche Agenda", warnte der EAK-Landesvorstand Baden-Württemberg nach einer ausführlichen Befassung mit dem "Faktencheck zur Bundestagswahl: Die Grünen und ihr Verhältnis zur Kirche"*. Besonders kritisierte der Landesvorstand, dass die Grünen bundesweit offensichtlich keine Notwendigkeit sehen, die christlichen Feiertage zu schützen. Andererseits arbeiteten sie darauf hin, christliche Feiertage durch solche aus anderen Religionen zu ersetzen. Mit Unmut stellte der EAK-Landesvorstand fest, dass die Grünen die Entfernung christlicher Symbole aus der Öffentlichkeit fordern und den prägenden Einfluss, den das Christentum auf unsere Kultur und Gesellschaft genommen hat, missachten. Zum christlichen Religionsunterricht nähmen sie in allen Bundesländern unterschiedliche Positionen ein. Tendenziell zielen sie offensichtlich auf die Abschaffung des bekenntnisgebundenen Religionsunterrichts und plädieren für einen neutralen Ethikunterricht. Mit Sorge nahm der EAK-Landesvorstand zur Kenntnis, dass die Grünen in Berlin die Möglichkeit für Schülerinnen und Schüler, sich zwischen Ethik- und Religionsunterricht zu entscheiden, als "Wahlzwang" bezeichnet haben. Auch die Abschaffung der Kirchensteuer stehe auf ihrer Agenda, denn sie betrachten die gültigen und langjährig bewährten Verträge zwischen den Ländern und den Kirchen, als "einseitige Privilegien". "Für Baden-Württemberg wie für Deutschland lehnen wir diese Vorhaben entschieden ab", betonte Sabine Kurtz MdL

Mit Besorgnis stellte der EAK-Landesvorstand fest, dass es Anhängern von Grünen und SPD zunehmend gelänge, die Evangelische Kirche Deutschlands von innen heraus zu vereinnahmen. Nicht nur das Titelblatt des sogenannten Orientierungspapiers "Familie als verlässliche Gemeinschaft" sei rot-grün gehalten, sondern auch der Inhalt, so Sabine Kurtz MdL. Um eine schlüssige und zusammenhängende theologische Argumentation hätten sich die Verfasser nicht bemüht: "Hier wird eine Bestandsanalyse weiter Teile der heutigen Gesellschaft geleistet, ohne über den Ist-Zustand hinauszuweisen". Das Positionspapier verkenne, dass junge Menschen Ehe und Familie weiterhin als Ideal betrachten und bewusst nach lebenslangen Beziehungen streben. "Die klassische Familie zwischen Mann und Frau mit Kindern ist kein Auslaufmodell", so die EAK-Landesvorsitzende. Sie verdiene Unterstützung durch die Politik und Ermutigung durch die Kirche. Die CDU-geführte Regierung in Berlin habe diese Aufgabe vorbildlich angenommen. Die EKD forderte die Landespolitikerin auf, den Menschen nicht den Mut zu nehmen, sondern ihnen im Fall des Scheiterns tröstend, verständnisvoll und hilfreich zur Seite stehen. "Die EKD hat sich ganz offensichtlich von ihren Mitgliedern entfernt und völlig von ihrer Basis abgehoben", bedauerte Sabine Kurtz MdL. Die Erwartung von Landesbischof Dr. h.c. Frank Otfried July nach einem innerkirchlichen Diskussionsprozess unterstützt die CDU-Politikerin: "Ein solches Papier sollte nicht per ordre de Mufti veröffentlicht, sondern ausführlich intern diskutiert werden", empfahl sie.

* "Die Grünen und ihr Verhältnis zur Kirche", Evangelischer Arbeitskreis der CDU/CSU, 2013: http://www.eak-cducsu.de/contentsystem/upload/material/6_5_2013-11_06_21-EAKWahlbroschuere%20web.pdf
 

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